Mit Starlink möchten Elon Musk und sein Team bei SpaceX, dem zur Zeit wohl bekanntesten privaten US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen der Welt, Haushalte in den abgelegensten Regionen der Welt mit möglichst schnellem Internet versorgen.

Das Hauptproblem mit dem Satelliten-Internet war bisher die Höhe der Satelliten in der Erdumlaufbahn. Meistens wurden sie in sogenannten geosynchronen Umlaufbahnen positioniert. Dadurch wurde mit einem einzelnen Satelliten ein festgelegtes Gebiet versorgt. Es gibt somit eine Beschränkung der effektiven Nutzeranzahl je Satellit durch das abgedeckte Gebiet und die Höhe. Ein weiteres Problem waren die Latenzen, die durch Höhe in der Erdumlaufbahn entstanden sind. Licht bewegt sich im Vakuum zwar schneller als durch Glasfaserleitungen, allerdings sind die Latenzen höher. Starlink löst diese beiden Probleme durch eine gewaltige Menge an Satelliten in geringer Höhe.

Starlink wird in den nächsten Jahren noch viele weitere Satelliten im erdnahen Orbit (LEO) positionieren, bis diese eine Megakonstellation bilden. Die Federal Communications Commission hat SpaceX die Erlaubnis erteilt, bis zu 12.000 Satelliten zu starten. Diese enorme Anzahl wird jedoch nicht ausreichen. Auch SpaceX hat dies erkannt und wird Genehmigungen für bis zu 30.000 Satelliten anfragen. Diese operieren in einer Höhe von 550 bis 570 Kilometer.

SpaceX plant, Starlink-„Bodenstationen“ überall auf der Welt zu platzieren. Diese werden das Bindeglied zwischen den Benutzerterminals und dem Starlink-Netzwerk darstellen. Über sie wird der Netzwerkverkehr von Nutzern zu Internet-Providern geleitet und in das Starlink-Netzwerk eingespeist.

Bildquelle: Merrillan, Wisconsin Bewohner r/darkpenguin22 via Reddit.

Die Benutzerterminals bestehen aus einer Satellitenschlüssel der sogenannten „Dishy McFlatface“ und einem WLAN-fähigen Router. Die Geräte sind bei Bestellung einmalig zu bezahlen. Zusätzlich fällt eine monatliche Nutzungsgebühr an.

Bildquelle: Starlink, SpaceX

Während der Beta-Phase konnten die Nutzer Geschwindigkeiten von 50Mb/s bis 150Mb/s und Latenzzeiten von 20ms bis 40ms messen. Dies ist um ein Vielfaches schneller als ein gewöhnlicher ADSL-Anschluss. Sobald sich weitere Satelliten im Orbit befinden, sollen laut Starlink Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s im Download und Latenzzeiten zwischen 10ms bis 20ms möglich sein. Starlink wird wahrscheinlich bei Strecken von über 3000 km eine geringere Latenzzeit als Glasfaserverbindungen haben.